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Lexikon

Pogrom/Reichspogromnacht

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Feuerwehrleute stehen am 9. November 1938 vor der brennenden Synagoge in Bamberg, die bei Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen angezündet wurde.

Am 9. November 1938 wurde die Synagoge in Bamberg bei Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen angezündet.

Verfolgung von Minderheiten

Seit dem Mittelalter wurden Juden in vielen europäischen Ländern immer wieder verfolgt. Sie wurden beraubt, vertrieben, oft auch ermordet. Solche gewalttätigen Verfolgungen, die sich gegen Minderheiten in einem Staat richten, bezeichnet man als "Pogrome". Das Wort kommt aus dem Russischen und bedeutet „Verwüstung“, „Unwetter“.

Juden werden zu Sündenböcken gemacht

Die Gewalttaten gegen Juden wurden oft von staatlichen oder kirchlichen Stellen unterstützt. Als Grund für die Pogrome dienten bis weit ins 20. Jahrhundert hinein falsche Anschuldigungen. Man machte die Juden zu Sündenböcken für vieles, was im Staat falsch lief. Weil die Juden immer in der Minderheit waren, waren sie den Gewalttätern ausgeliefert.

Die Reichspogromnacht am 9. November 1938

Die sogenannte Reichspogromnacht fand in Deutschland in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 statt. In dieser Nacht begannen im nationalsozialistischen Deutschland direkte und gezielte Gewaltaktionen gegen die jüdische Bevölkerung. Sie waren der Beginn der systematischen Verfolgung und Vernichtung des europäischen Judentums, der Anfang des Holocaust. In dieser Reichspogromnacht wurden jüdische Geschäfte geplündert und zerstört, Synagogen wurden niedergebrannt. Die Polizei griff nicht ein, nur wenige Menschen trauten sich, ihren jüdischen Mitbürgern zu helfen. In dieser Nacht starben mehr als tausend Juden. 30.000 Menschen wurden verhaftet und verschleppt.

Eure Fragen dazu...

Lulu 23 09.11.2021

warum waren die Deutschen so

Redaktion

Hallo Lulu 23, der Antisemitismus war in Deutschland leider verbreitet. Hitler und die Nationalsozialisten haben antisemitische Parolen verbreitet, die bei vielen Menschen Zustimmung fanden. Die Juden wurden in den 1930er Jahren immer stärker ausgegrenzt. Die Hetze, der Hass auf Juden wurde mit großer Menschenverachtung verbreitet und viele Menschen waren bereit zu glauben, was die Nationalsozialisten verbreiteten. Vielleicht fühlten sich manche Menschen auch tatsächlich ihren jüdischen Mitmenschen gegenüber überlegen oder "besser". Es gibt viele wissenschaftliche Untersuchungen darüber, wie es zu solchen schrecklichen Ausschreitungen kommen konnte, dies können wir hier gar nicht alles berichten. Sicher weißt du, dass auch heute viel Hass und Hetze gegen andere Menschen vor allem im Internet verbreitet wird. Und es gibt Menschen, die all die erlogenen schlimmen Dinge glauben. Man kann daran erkennen, wie Hetze und Hass wirken können. In der Reichspogromnacht erlebten die Juden in Deutschland, wie solche Hetze wirken kann.

Rebecka 16.11.2005

Warum heißt die Kristallnacht nicht mehr Kristallnacht, sondern Reichspogromnacht?

Redaktion

Hallo Rebecka, Kristallnacht war ein Begriff, der an etwas "Edles" erinnert - mit Kristall verbinden die Menschen in der Regel nichts Schlimmes. So war es wohl auch gemeint, der Begriff sollte etwas Schlimmes beschönigen. Mit Reichspogromnacht wird eine Tatsache bei ihrem Namen genannt: Es war ein Pogrom, in dem viele Juden getötet wurden.

Auch im HanisauLand machen wir am Wochenende Pause.
Nächste Woche könnt ihr hier wieder eure Fragen stellen!